Plötzlich Hautprobleme in den Wechseljahren? Ursachen & Tipps, die helfen

Jede Frau erlebt die Phase der hormonellen Umstellung ganz individuell- mit Hitzewallungen, Schwitzen, Schlaflosigkeit oder Stimmungsschwankungen. Was viele nicht wissen: Auch die Gesundheit & Schönheit unserer Haut ist von den Wechseljahren betroffen! Das kann zu belastenden Hautproblemen führen. Schauen wir uns daher einmal an, wie sich die Haut im Klimakterium verändert und wie wir erfolgreich entgegen steuern können.

Hautprobleme in den Wechseljahren

In meiner Praxis bitten mich häufig Frauen um Hilfe, wenn sie plötzlich Veränderungen ihrer Haut, Körper- und Kopfbehaarung bemerken, obwohl sie noch ihre Periode haben. Sie fragen sich, ob die Wechseljahre der Grund für ihre „schlechte Haut“ sind?  Durch die hormonelle Umstellungen sind jetzt unsere Schleimhäute und die Außenhaut vielen Veränderungen unterworfen. Hautirritationen zeigen, dass sich jetzt die Bedürfnisse deiner Haut ändern.

Um zu verstehen, was Hormone mit Hautveränderungen zu tun haben kann, zunächst eine kurze Einführung in die Welt der Wechseljahre:

Übersicht: Die 4 Phasen der Wechseljahre

Um zu verstehen, was Hormone mit Hautveränderungen zu tun  haben kann, zunächst eine kurze Einführung in die Welt der Wechseljahre. Der Verlauf der Phasen ist dabei bei jeder Frau verschieden und die Übergänge sind fließend.  Daher ist die Einteilung in 4 Phasen nur modellhaft zu verstehen! Bei manchen Frauen dauert der Umbau des weiblichen Hormonhaushalts nur wenige Monate. Ein Großteil aber befindet sich viele Jahre im Klimakterium. Da auch ein Wiederaufflackern der Aktivität der Eierstöcke nichts Ungewöhnliches ist, können sich einzelne Phasen sogar  abwechseln. Daher sind mögliche gesundheitliche Beschwerden und Hautveränderungen bei jeder Frau ganz individuell:

1. Phase Wechseljahre: Perimenopause- Beschwerden & Hautprobleme

Der Hormonspiegel in der Perimenopause schwankt sehr stark. In diesen Jahre vor der Menopause verändern sich die Hormone Östrogen, Progesteron, Testosteron und Androstendion. Mal ist das Östrogen im Vergleich zum Progesteron sehr hoch, mal sehr tief. Viele Frauen leiden jetzt unter Konzentrationsproblemen, Stimmungsschwankungen wie Aggression oder Weinerlichkeit. Folge für die Gesichtshaut? Hautunreinheiten machen uns auf einmal wieder zu schaffen:

Wechseljahre und Pickel

Viele Frauen bekommen in dieser Phase zum ersten Mal in ihrem Leben Pickel! Häufig in Form von unterirdischen Pickeln und Entzündungen rund um den Mundbereich. In dieser ersten Phase der Wechseljahre können weitere Hautirritationen auftraten: Fettige Haut, Erwachsenenakne, Periorale Dermatitis, Ausschläge bis hin zu Rosacea .

Auch klagen viele Frauen über rote Flecken und daß die Haut auf einmal wie Feuer brennt! Es ist jetzt gut möglich, dass du Kosmetika, die dir und deiner Haut immer gutgetan haben, auf einmal nicht mehr ausreicht oder nicht mehr gut vertragen wird

2. Phase Wechseljahre: Hautveränderungen in der Prämenopause 

Die Zeitspanne ein bis zwei Jahre vor und bis zu einem Jahr nach der letzten Regelblutung wird als Perimenopause bezeichnet. Die Abstände zwischen den immer schwächer werdenden Regelblutungen werden größer und die Produktion der Östrogene nimmt kontinuierlich ab, bis die Eierstöcke die Produktion von Östrogen vollkommen einstellen. Speziell in dieser Zeit, die den eigentlichen „Wechsel“ markiert, kennen viele Frauen eine Zunahme der typischen Wechseljahr Beschwerden, die jetzt auch meist am stärksten auftreten: Schweissausbrüche, Hitzewallungen, Müdigkeit, Herzrasen etc. Jetzt werden auch die ersten wahrnehmbaren Zeichen der Hautalterung im Gesicht sichtbar:  Augenfältchen, Lippenfalten, beginnender Verlust an Elastizität und eine häufig trockene, empfindlichere Haut

3. Phase Wechseljahre: Hautveränderungen in der Menopause

Der Zeitpunkt der letzten Periode wird als Menopause bezeichnet. Die Eierstöcke produzieren ab dann kein Östrogen mehr. Es kommt rasch zu einem deutlichen Absinken des Hormonspiegels. 

Welches Hormon macht schöne Haut?

Sichtbarkeit dank Lebendsfreude . Frau über 50 streckt freudig ihre Arme der Sonne entgegen
Das Hormon Östrogen sorgt für elastische & straffe Haut

Östrogen ist u.a. im Organismus für die Feuchtigkeitsversorgung der (Haut-) Zellen und für eine pralle & straffe Haut verantwortlich. Durch den eingetretenen Mangel wird die Haut dünner und trockener. Durch den abnehmenden Östrogenspiegel verlangsamt sich außerdem die hauteigene Produktion von Kollagen: die Haut im Gesicht und Körper verliert an Spannkraft, und Elastizität, die Faltentiefe nimmt zu. Die nachlassende Elastizität kann auch am Körper in Form von Cellulite sichtbar werden.

4. Phase Wechseljahre: Hautveränderungen in der Postmenopause

Etwa 1 Jahr nach der letzten Regelblutung beginnt die Postmenopause. Meist bessern sich damit auch die typischen Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche, da der kommt der Hormonhaushalt im weiblichen Körper langsam auf einem neuen Niveau einpendelt. Dafür haben manche Frauen aufgrund der niedrigeren Hormonspiegel mit neuen Beschwerden zu kämpfen: Ängste, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Blasenprobleme oder Schlafstörungen. Die Muskelmasse baut sich jetzt kontinuierlich ab, so daß es zu Rückenschmerzen kommen kann. Wenn Du bislang kein Muskeltraining gemacht hast, solltest Du jetzt damit beginnen, um die Rückenmuskulatur zu stärken. Außerdem nimmt ab dieser Phase der Wechseljahre oft die Knochendichte ab.

Hautveränderungen nach den Wechseljahren 

Viele Frauen stört es, dass nun die Schleimhäute trockener und die Haare dünner werden. Die Trockenheit im Gesicht und Körper kann so ausgeprägt sein, daß es zu einem starken Juckreiz kommt.  Viele Frauen bemerken einen ausgeprägten Haarausfall. Von den trockenen Schleimhäuten können auch Nase und Rachen betroffen sein.

Spätestens jetzt spielt die  Versorgung mit ausgewogenen Nährstoffen eine wichtige Rolle. Es empfiehlt sich eine Laboranalyse, um eine individuelle Dosierung feststellen zu können- vor allem von Vitamin D, K2, Kalzium, Eisen und evt. pflanzlichen oder bioidentischen Hormonen. Auch Kollagen Pulver, Knochenbrühe bzw. deren vegane Alternativen ist sehr zu empfehlen.
Denke ebenfalls bei deiner Körper-Pflege an die zarte Haut der Scheide. Viele Frauen klagen jetzt über Scheidentrockenheit.  Denn auch die vaginale Schleimhaut leidet unter dem östrogen-bedingten Feuchtigkeitsverlust und benötigt pflegende Produkte. Hier gibt es für de reife Haut in der Frauenheilkunde eine Vielzahl an hilfreichen pflanzlichen, nährenden Ölen oder pharmazeutische Salben. Gute Produkte für eine schützende Pflege enthalten zB. Vitamin E, Lecithin, Omega 3 Fettsäuren . Wende Dich vertrauensvoll an deine Frauenärztin oder Therapeutin.

Wechseljahre und Haarausfall

In den Wechseljahren lichtet sich bei circa einen Drittel der Frauen das Haupthaar. Ursache für diesen hormonell bedingten Haarausfall ist, dass Haarwurzel sehr empfindlich auf die Schwankungen des Hormonspiegels reagieren, vor allem auf das Absinken des Östrogenspiegels. Je mehr Östrogen der Körper produziert, desto länger befinden sich die Haare in der Wachstumsphase, was wiederum für volles und glänzendes Haar sorgt. Viele Frauen sind daher während der Schwangerschaft mit wundervollen Haaren gesegnet. Fehlt Östrogen hingegen, verlangsamt sich das Haarwachstum . 

Aufgrund der verlängerten Ruhe- und verkürzten Wachstumsphase des Haars ist der Haarwachstums-Zyklus gestört. Mögliche Folge: Die Haarwurzeln verkümmern und die Haare fallen aus

Haarausfall und lichte Kopfhaut bei junger Frau
Hormoneller Haarausfall

Nicht bei allen Frauen kommt es beim Absinken des Östrogenspiegels zu Haarausfall. Aber müssten dann nicht alle Frauen Klimakterium unter Haarausfall leiden?

Nein- denn hormonell bedingter ist Haarausfall vererbbar ist und Haarwurzeln reagieren nur anlagebedingt empfindlich auf männliche Hormone (wie Dihydrotestosteron (DHT) Die Haarwurzeln reagieren in der Menopause nur noch empfindlicher auf  Hormonveränderungen.

Vermehrter Haarwuchs bei Frauen in den Wechseljahren?

Etwas 1/3 aller Frauen  haben nach dem Klimakterium übermäßigen Haarwuchs im Gesicht: dunkle Gesichtshärchen vor allem um Mund und Kinn. Auch hier spielt  indirekt mit Östrogen eine große Rolle. Dadurch, dass die Östrogenproduktion sinkt, sind relativ viele männliche Hormone wie das Testosteron im Körper. Testosteron gewinnt dadurch die „Oberhand“ und kann dann für unerwünschte Pickel, unreine Haut, fettige Haare oder eben Gesichtsbehaarung sorgen.

Wird die Haut in den Wechseljahren lichtempfindlicher?

Der natürliche UV-Schutz lässt lässt im Laufe der Jahre deutlich nach. Schon ab dem dreißigsten Lebensjahr reduziert sich das hauteigene Melanin. Dieser braune „Farbstoff“ ist für Pigmentierung unserer Haut verantwortlich ist und schützt uns vor der Sonne. Mit Beginn der Menopause wird durch das Absinken der Hormone die Haut anfälliger für Sonnenbrand. Eine gute Pflege mit Lichtschutzfaktor ist jetzt wichtig.  Mögliche Überpigmentierung in der Menopause kann durch eine tägliche Pflege mit UV-Schutz bereits in jungen Jahren vorgebeugt werden. Ein übermäßiger Besuch auf der Sonnenbank und ausgedehnte Sonnenbäder oder entsprechende Pflege sollten reduziert werden.

Altersflecken im Gesicht durch Wechseljahre?

Eine weitere Folge des schwindenden Melanins: Die reife Haut wirkt ungleichmäßig pigmentiert und Altersflecken, die uns bis zu zehn Jahre älter wirken lassen, machen sich bemerkbar.

Hyperpigmentierungen sind in der Regel harmlos und stellen für meist nur ein optisches Problem dar. Trotzdem können diese durch einen konsequenten Sonnenschutz in Schach gehalten werden.

Wechseljahre: Warum jetzt rote Flecken & Rosazea?

Vielen Frauen bekommen Hautrötungen bis hin zur Rosacea auch schon während der Zeit, in der sie noch einen  regelmäßigen Zyklus haben.  

Häufig machen sie dabei die Erfahrung, daß die Hautveränderungen während der 2. Zyklushälfte schlimmer während oder sogar nur dann auftreten. Das kann an einem Mangel des Gelbkörperhormons, dem sog. Progesteron liegen. Progesteron wird gerne als das „Gute-Laune-Hormon“ bezeichnet. In der Schwangerschaft sorgt es ab dem 3. Monat für Vitalität und tolle Haut & Haare. Ein Mangel jedoch kann hormonelle Dysbalancen auslösen, die auch schon vor den Wechseljahren Beschwerden wie plötzliche Rötungen und Hitze im Gesicht verursachen können. Im Laufe der Wechseljahre sinkt der Spiegel des Sexualhormon noch weiter ab. Hautrötungen, Couperose, rote Flecken bis hin zur Rosacea treten jetzt verstärkt auf- auch weil die Haut dünner und trockener wird.

Untersuchungen haben gezeigt, das der Hormonspiegel des Progesterons ist bei vielen Betroffenen sehr niedrig ist. Hier ist ein Bestimmung der Hormone mittels einer Blut- oder Speicheluntersuchung sehr hilfreich, um individuell therapeutische unterstützen zu können.

Wechseljahre und trockene Haut:

Typische Symptome der Wechseljahre: Die Haut wird sehr trocken. Warum? Die Haut enthält von Natur aus feuchtigkeitsbindende Stoffe wie Hyluronsäure, NMF oder Natrium Laktat. Nimmt die Östrogenproduktion ab, nehmen auch diese Stoffe ab, wodurch die Haut im Gesicht und Körper Feuchtigkeit nicht mehr so gut binden kann.

Ebenso begünstigt der  sinkende Östrogenspiegel den Abbau von Kollagen, Elastin und Lecithin. Diese drei Stoffe sorgen dafür, dass die Haut prall, straff und elastisch ist. Auch die Barriereschutzfunktion der Haut und die Talgproduktion, an der Östrogen beteiligt ist, wird geringer. Mögliche Folge? Die Hautbarriere wird spröde und durchlässig; die Haut wird sensibler und anfällig für Hautirritationen.

Welche kosmetischen Wirkstoffe helfen jetzt der Haut ?

Durch die zunehmende Trockenheit ist die Hautbarriere geschwächt: Die Haut verliert körpereigene Feuchtigkeit und ist weniger widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen. Achte daher neben einer ausgewogenen Ernährung und ggf. Nahrungsergänzungen, die die Haut von innen gut nähren. Gönne Dir eine Hautpflege mit Wirkstoffen, die helfen, den über die Jahre entstandenen Mangel zu kompensieren:

Hyaluronsäure

Ist der „Star“ unter kosmetischen Wirkstoffen. Zu Recht, denn: sie bindet als körpereigener Stoff Wasser und kann so als Feuchtigkeitsspeicher in Gesicht und  Körper wirken. In Kosmetikprodukten eingesetzt, sorgt sie spürbar für pralle und elastische Haut.

Antioxidantien: Schützen die Haut effektiv vor freien Radikalen und helfen so gegen vorzeitige Hautalterung. Sie haben entzündungshemmende Wirkungen und wirken gegen lichtbedingter Hautalterung. Ausgezeichnete Antioxidantien in der Kosmetik sind Coenzym Q10 und Magnolien Extrakt.

Ceramide- Fettsäuren- Lipide- Lecithin

Neben Feuchtigkeit fehlt es der Haut auch an hauteigenen Fetten. Diese Lipide sind  jedoch unerläßlich, um den Zellverband der oberen Hautschicht intakt zu halten. Ohne Lipide entstehen Lücken zwischen den Hautzellen. Dadurch verdunstet hauteigene Feuchtigkeit und die Haut wird durchlässig für potentiell schädliche Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten und Umweltbelastungen. Dies kann zu Hautirritationen führen. Sehr gut geeignet zum „Auffüllen“ hauteigener Lipide sind pflanzliche Lecithine, Ceramide sowie Omega 3 -und omega 6 -reiche Pflanzenöle.

Kollagen: Straffe & elastische Haut in den Wechseljah

In jungen Jahren verdanken wir das straffe und pralle Aussehen unserer Haut vor allem dem Kollagen. Mit dem Absinken des Östrogens lässt leider auch die eigene  Kollagenproduktion nach. Die Hautelastizität nimmt im Klimakterium  jedes Jahr um ungefähr 0,55 Prozent ab. Folgen? Die Hautkonturen erschlaffen, eingefallene Wangen, Hängebäckchen und tiefe Falten entstehen. Die Frauen bemerken eine durchscheinende, marmorierte Haut in den Wechseljahren.

Die Überlegung jetzt Kollagen als Wirkstoff in Kosmetik einzusetzen, liegt nahe. Allerdings: Das Protein-Molekül  Kollagen ist leider zu groß, um in tiefere Hautschichten einzudringen um dort die Kollagenproduktion ankurbeln zu können.

Es empfiehlt sich daher, über die Nahrung genügend Kollagen aufzunehmen. In Knochenbrühen, Hühnersuppe oder als Kollagen Pulver. 

In der Kosmetik gibt es eine Reihe von Wirkstoffen, die helfen, die hauteigenen Kollagenproduktion zu stimulieren. Z.B. ist der Extrakt aus Hopfenzapfen bekannt für seine stimulierende Wirkung auf die Kollagenproduktion. Vitamin A  stimuliert das Wachstum von Kollagen und Elastin. Die Dicke der Epidermis und Dermis kann dadurch erhöht werden

Fazit: Was hilft bei schlechter Haut in den Wechseljahren?

Bei uns allen Frauen (und Männern!) verändert sich im Laufe des Lebens der Körper und die Gesichtshaut. Hormone spielen dabei ein sehr große Rolle. Daher ist es sinnvoll, den eigenen Lifestyle anzupassen.

Du kannst Dir dabei helfen lassen, wenn Dich die Veränderungen überfordern. Wende Dich vertrauensvoll an Deine Ärzte, Therapeuten, Hormoncoaches oder Kosmetikerin. Für deine Gesundheit, Wohlbefinden und schöne Haut für Gesicht & Körper:

  • Ganzheitliche Wechseljahrs-Strategien
  • Hormone bzw. deren Alternativen
  • Hautpflege-Routinen 
  • Nachhaltige Kosmetik für Haut in den Wechseljahren
  • Ernährung
  • Stressbewältigung
  • Schlaf-Management
Attraktive Frau über 50 lächelt und trinkt Kaffee in den Bergen


Quellen:

https://www.apothekerkammer.at/kaernten/aktuelle-themen/gesundheitstipps/wechseljahre-phasen-symptome

https://www.frauenaerzte-im-netz.de/koerper-sexualitaet/wechseljahre-klimakterium/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert