Köstlicher Bärlauch: 5 Tipps zu Heilwirkung, Gesundheit & Genuss auf Rezept

Endlich wieder Frühling. Die Tage werden länger, die Vögel zwitschern und die Natur erwacht. Die ersten Heilpflanzen wie Brennessel, Giersch, Vogelmiere und Bärlauch erobern Wiesen und Wälder. Das bietet uns eine ideale Gelegenheit, mit der gesunden Heilkraft der Natur unsere Frühjahrsmüdigkeit zu überwinden. Mit einfachen Rezepten, die nicht nur gesund, sondern auch super lecker sind. 

Bärlauch: Heilwirkung des Waldknoblauchs

Kräftigende und heilsame Kräuter benannte man früher sehr oft nach Bären, da diese als besonders starke Tiere verehrt wurden. Nach seinem Winterschlaf futtert ein Bär sehr gerne Waldknoblauch – den Bär Lauch. Das Kraut versorgt ihn mit Vitaminen und Nährstoffen.

Was dem Bären hilft, tut auch uns Menschen gut. Denn der Bärlauch schmeckt nicht nur sehr lecker, ihm wird auch traditionell eine Heilwirkung nachgesagt.

Überliefert ist, daß schon Kelten und Germanen das Lauchgewächs verehrten und zur Stärkung vor Kriegs- und Beutezügen aßen. Im 8. Jahrhundert war Karl der Große von der Heilwirkung des wilden Koblauchs überzeugt und ließ ihn als Heil- und Gewürzpflanze in Kloster- und anderen Gärten anpflanzen. Später empfahl auch die heilige Hildegard von Bingen den Bärlauch als nahrhafte und kräftigende Heilpflanze, die bei Verdauungsproblemen helfen, den Blutdruck senken, die Durchblutung und Gedächtnisleistung anregen kann.

Auch Maria Treben sprach dem Bärlauch „gewaltige Heilkräfte“ nach. Sie setzte den wilden Knoblauch zum Entgiften und Entschlacken im Frühjahr ein.

Ist Bärlauch giftig?

Maiglöckchen am Waldrand können mit Bärlauch verwechselt werden
Giftiges Schneeglöckchen. Vorsicht: nicht mit Bärlauch verwechseln!

Bärlauch hat giftige Doppelgänger – Schneeglöckchen, Maiglöckchen und Herbstzeitlose. Die Blätter der drei Pflanzen sehen sich sehr ähnlich. Die Verwechslungsgefahr ist daher groß. Bitte pflücke den Bärlauch in der freien Natur nur, wenn du Bärlauch, Schneeglöckchen, Maiglöckchen und Herbstzeitlose sicher erkennen und unterscheiden kannst. Auf Wochenmärkten oder in Bioläden kannst du alternativ frischen Bärlauch bedenkenlos kaufen.

Warum ist Bärlauch (wilder Knoblauch) so gesund?

Frischer Bärlauch am Waldrand. Gesunder Genuß durch heimische Heilpflanze
Frischer zarter Bärlauch am Waldrand

Bär Lauch ist nicht nur für Bären, sondern auch für uns ein wahrer Kraftspender!

Bärlauch wird sehr gerne für einen „Frühjahrsputz für Haut & Körper“ eingesetzt. Er unterstützt dank seiner schwefelhaltigen Aminosäuren die Entgiftung und Reinigung des Körpers, kann helfen, den Blutdruck zu senken, das Immunsystem zu stärken und die Hautgesundheit unterstützen. Bei einer Darmsanierung wird er gegen eine Überbesiedlung von Candida-Pilzen empfohlen. Neben dem Allicin und den ätherischen Lauchölen, die durch die Zerkleinerung der Blätter entstehen, weist die Heilpflanze viele weitere gesundheitsfördernde Nähstoffe auf.

Der frische Bärlauch (lat. Allium Ursinum= Lauch des Bären) ist reich an Eisen, wertvollen Mineralien, Provitamin A und Vitamin C. Ein wahres Vitamin- und Mineralstoffpaket! Sowohl die Blätter als auch die Blüten können dabei gegessen werden.

Die Heilkraft übers Jahr konservieren: Bärlauch haltbar machen

Die Saison des frischen Bärlauchs dauert leider nur von März bis Anfang Mai. Um das ganze Jahr in den Genuss des gesunden Knoblauchersatzes zu kommen, kannst Du ihn haltbar machen:

Durch Einfrieren oder Trocknen kannst Du Dir einen Vorrat für das ganze Jahr anlegen. Aus getrockneten, feingemahlenen Blättern lässt sich sehr einfach ein aromatisches Bärlauchsalz oder Bärlauchöl herstellen. Frische Blätter lassen sich leicht zu Bärlauchbutter, Bärlauchpesto oder Nudelsoßen verarbeiten. Die Bärlauchknospen -schmecken ähnlich wie Kapern – super lecker in Essig oder Öl eingelegt. Kleiner Tipp: Schon unsere Großeltern wussten Blüten und Blätter als zünftigen Bärlauchschnaps & Bärlauchblütenwein anzusetzen und zu genießen

Doch jetzt heisst es:

Bärlauchquiche: Frühlingsduft liegt in der Luft!

Glücklicherweise gibt es gerade frischen Bärlauch, den ich bei lieben Leuten pflücken durfte. Der Duft ist einfach unbeschreiblich gut und jedes Jahr aufs Neue freue ich mich auf das erste Bärlauch-Pesto und auf die erste selbstgemachte Bärlauchtarte:

Rezept Bärlauch-Quiche: schnell & einfach zubereitet

Zutaten Teig:

  • Tarte-Form ca. 24 cm Durchmesser
  • 100 g Butter
  • 250 g Mehl
  • 1-2 EL Milch
  • 1 TL Salz

Füllung:

  • 10-12 Blätter Bärlauch
  • 1 EL Butter
  • 2  Zwiebeln
  • 4 Eier
  • 1 Eßl. gekörnte Gemüsebrühe
  • 3 Tomaten
  • 100 ml Milch
  • 50 ml Sahne
  • 200 ml Creme Fraiche
  • 150 g geriebener Mozzarella oder würziger Reibekäse
  • Salz, Pfeffer, eine Prise Zucker 

Dekoration: Bärlauchblätter, Zwiebelringe, Tomatenscheiben, Rosmarin

Zubereitung:

  1. Für den Teig Butter und Mehl mit dem Salz zu einer krümeligen Masse verarbeiten. Nach und nach Milch hinzufügen bis ein gut knetbarer Teig entsteht. Teig ausrollen und in die gefettete Form (Boden und Rand) geben. Kalt stellen.
  2. Ofen auf 180°C Ober/Unterhitze vorheizen.
  3. Zwiebeln in dünne Scheiben schneiden und mit der Butter in einer Pfanne anbraten. Bärlauch fein hacken. Eier aufschlagen, Sahne, Creme Fraiche und Milch einrühren. Zum Schluss die Kräuter und Gewürze sowie den geriebenen Käse hinzugeben. Masse auf dem Teigboden verteilen.
  4. Zur Dekoration dünne Zwiebelscheiben, Bärlauchblätter, Tomatenscheiben, Gänseblümchen und Rosmarin auf die Masse legen.

Im Ofen 30-40 Minuten goldbraun backen. 

Die schöne Blumenbild Dekoration stammt von meiner Tochter. Gemeinsam haben wir die Quiche gebacken. Die Fotos stammen auch von ihr. Hat uns sehr viel Spaß gemacht und super lecker war es auch.

Viel Freude und guten Appetit!

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